Rian Visser & Noëlle Smit: “Theodor trödelt”

Einband

Rian Visser & Noëlle Smit: “Theodor trödelt”
Aus dem Niederländischen von Meike Blatnik
Tulipan Verlag 12,90
Bilderbuch ab 4 Jahren

Die Entdeckung der Langsamkeit für Kinder und für uns Vorleser gleichzeitig. Für was brauche ich da noch Nadolnys großartigen Roman, oder die Unmengen von Ratgebern und Wellnessangebote. In der Hektik unserer Tage und dem unglaublich großen Angebot an (Bilder)-Büchern, haben wir vielleicht dieses Buch, das 2008 in den Niederlanden herausgekommen ist, auch übersehen.
Jetzt aber in aller Ruhe:
Wie jeden Morgen drängelt die Mutter, dass ihr Sohn Theodor endlich in die Gänge kommt. Es ist Zeit fürs Frühstück und für die Schule. Auf dem ersten Bild, unter dem Titel, sehen wir den kleinen noch im Schlafanzug mit seinem Schnuffeltier laut gähnen. Da wird seine Mutter mal wieder Zeitprobleme bekommen. Mama hat es eilig, aber Theodor hat, wie jeden Morgen, schrecklich viel zu tun: Er muss unbedingt noch einen Turm bauen, ein Liedchen auf dem Klavier spielen und seine Autos richtig ins Regal räumen, da Mama sie beim Staubsaugen immer irgendwie, aber nie richtig einsortiert. Auf der Straße gibt es Blumen zu bewundern und im Bus gibt es nichts Wichtigeres, als mit einer alten Dame zu plaudern, die irgendwo noch etwas Süßes für Theodor in ihrer großen Tasche hat. Aber Mutter zieht Theodor schon an der Hand raus aus dem Bus und rauf auf den Schulhof, der komischerweise ganz leer ist. Wo sind denn all seine Schulfreunde? Auch im Flur sind alle Kleiderhaken schon belegt. Komisch? Aber merkwürdiger ist noch, dass Herr Vogel ganz ruhig auf einem Stuhl sitzt, wo er doch sonst immer etwas zu tun hat. Theodor rennt in seine Schulklasse, informiert seine Lehrerin und Herr Vogel wird von zwei Sanitätern ins Krankenhaus gebracht. Theodor ist der große Held, da er Herrn Vogels Leben gerettet hat. Nur gut dass er zu spät gekommen ist. Davon hat allerdings seine Mamá nichts, denn Theodor trödelt weiter, sieht dies und das und sie verpassen mal wieder den Bus. Wobei Theodor meint, sie seien doch genau richtig für den nächsten.
Dieses bunte, etwas altertümlich gemachte Bilderbuch ist ein prima Plädoyer für etwas mehr Muse für sich selbst und für einander. Hier lernen wir, dass wir den Kleinen mehr Zeit lassen sollen und wir uns mehr Zeit für die Kleinen nehmen sollen.

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