“Auf dem Weg zur Schule”. Ein Film von Pascal Plisson

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“Auf dem Weg zur Schule”
Ein Film von Pascal Plisson
DVD € 12,99
BluRay € 14,99

Eigentlich ist Pascal Plisson Tierfilmer. Während seiner Arbeit in Kenia, boabachtete er immer wieder Kinder, die auf einem langen, schwierigen, oft gefährlichen Schulweg waren. So entstand dieses Projekt, in dem er vier Kinder aus vier verschiedenen Regionen der Welt auf diesen langen Wegen zur Bildung begleitete.
Da ist Jackson aus Kenia, der ganz zu Beginn mit den Händen im Sand ein Loch gräbt bis Wasser kommt. In einem Kanister wäscht er damit seine Schuluniform und füllt danach noch klares Wasser in Kanister ab. Er lebt mit seiner Schwester Salome und seiner Familie weitabgeschnitten in einer Hütte in der Savanne und geht täglich 15 km bis zu seiner Schule. Diesen Weg legen sie teilweise im Laufschritt zurück. An diesem Tag muss er ganz früh los. Um 5:30 verlassen sie die Familie, da Jackson heute die Fahne vor der Schule und vor allen Schülern hochziehen darf. So ganz einfach ist der Weg nicht, da sie mitten durch Elefantenherden durchmüssen und das gefährlich sein kann. Seine kleine Schwester wird von ihm wieder aufgefordert, etwas schneller zu machen, da doch die Fahne wartet. Aus der Ferne sehen sie, wie alle Schüler sich schon versammelt haben und gerade noch rechtzeitig kann Jackson die Zeremonie ausführen.
15 km in 2 Stunden.

Die zwölfjährige Zahira steigt nach einem Wochenende bei der Familie im marokkanischen Atlasgebirge mit ihren beiden Freundinnen und einem Huhn in der Tasche 22 Kilometer durch unwegsames Gelände, um eine Woche in der Schule zu verbringen. Sie trifft auf ihrem Weg zwei Mitschülerinnen und gemeinsam machen sie sich auf, durch sehr unwegsames Hochgebirge. Als eine der Mädchen Probleme mit ihrem Fuss hat, versuchen sie Laster anzuhalten, werden jedoch abgewiesen, bis sie doch noch ein Laster mit Ziegen mitnimmt. Vor der Schule tauscht sie auf dem Markt ihr Huhn, das die ganze Zeit aus ihrer Tasche geschaut hat, gegen Obst und Gemüse auf dem Markt. Nun heisst es schnell die Schuluniform anziehen und los geht’s.
22 km in 4 Stunden.

Der elfjährige Carlito aus Patagonien in Argentinien hat es etwas einfacher, denn er kann zu Pferd seine Reise zur Schule unternehmen. Gemeinsam mit seiner kleinen Schwester, die hintendaruf sitzt, müssen sie erst sehr unwegsames Gelände überwinden, bis sie ins Flachland kommen und im langsamen Galopp Richtung Schule reiten können. Seine kleine Schwester möchte auch so gerne vorne sitzen. Doch die Mutter hat es nicht erlaubt. Heute jedoch darf sie es und sie strahlt übers ganze Gesicht.
18 km in 1,5 Stunden

Der 13jährige Samuel am Golf von Bengalen sitzt im Rollstuhl und seine drei Brüder schieben und zerren ihn durch den Sand Richtung Schule. Allein dieser Rollstuhl ist eine Schau. Total verrostet, die Felgen lösen sich von alleine auf und als Sitz dient Samuel ein Plastikgartenstuhl. Einer vorne, der zieht und der kleine Bruder, der hinten schiebt. So geht es täglich los. Dass sich eine Abkürzung als Reinfall entwickelt, ist im Film sehr lustig zu sehen, als die drei bis zur Hüfte im Wasser stecken. Da hilft nur gemeinsames zerren und ziehen. Ein Laster blockiert den Weg und ein Platten macht die Sache auch nicht leichter. Herrlich, dieses Gefährt, das jeden Moment auseinanderkrachen zu scheint. In der Schule angekommen, gibt es ein großes Hallo und Samuels Mitschüler tragen ihn ins Klassenzimmer.
4 km in 1 Stunde.

Trotz aller Strapazen sind die Kinder lustig, zu Späßen aufgelegt und wissen um die Macht der Bildung. Immer wieder kam es mir in den Sinn, wie schnell es geht, wenn dieser Zugang den Kindern nicht mehr erlaubt wird. Am Ende hören wir, was die vier gerne werden wollen und erfahren im Nachspann, wie es mit ihnen weitergegangen ist. Ein mutmachender Film, der auch schon für Kinder ab 6 geeignet ist. Diese Energie, die Lust am Leben und auch gleichzeitig, die Hoffnung auf ein besseres Leben, das nur durch Bildung erreicht werden kann, durchzieht diesen Film.
Zuerst störte mich, dass der Film synchronisiert ist und dass die Gespräche der Kinder mit den Eltern sehr aufgesetzt ist. Da es jedoch auch ein Film für Kinder ist, sind Untertitel nicht geeigent (man kann diese Variente jedoch einschalten). Das hört sich zu Beginn so ein wenig wie nach Bullerbü an, verliert sich aber, wenn wir die Kinder verfolgen dürfen. Als Jackson (in Kenia) im Klassenzimmer sitzt und der Lehrer hereinkommt, freut er sich, dass alle da sind und dass sich keiner verletzt hat. Das ist schon sehr bewegend.
Ein toller, lehrreicher Film für die ganze Familie mit viel Humor, fantastischen Landschaftsaufnahmen und ein Plädoyer für das Recht auf Bildung, das in manchen Länder wieder eingeschränkt wird.

Trailer

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