Sybille Hein: “Prinz Bummelletzter”

Entschleunigung heißt das Zauberwort. “Mach doch mal langsam”, hören wir.
Wenn man aber “Kriechgurke, Lahmschnecke, Trödel-Dödel, Trantüte” genannt wird, ist das auch nicht lustig.

Hätte ich in meinem Leben nicht so viel bummeln dürfen, wäre ich heute ein anderer Mensch und ganz bestimmt
nur halb so glücklich!
Sybille Hein

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Sybille Hein: “Prinz Bummelletzter
Hanser Kinderbuch Verlag € 14,90
Bilderbuch ab 3 Jahren

Während seine drei Brüde losziehen, um Drachen zu schleudern, Räuber zu fangen, Riesen zu jagen, liegt er noch verpennt im Bett. Sie sind zu schnell für ihn, schnallen sich die Schwerter im Rennen um, essen ihre Butterstullen im Gehen, springen gleichzeitig in ihre Hemden und auf ihre Pferde.
Eigentlich ist Willibald gar nicht so langsam. Er könnte schon mithalten. Aber es gibt auf dem Weg so viel zu entdecken. Die Blätter, die Käfer, die Bäume, die Wolken, der kühle Bach und die vielen anderen Gedanken, die ihm durch den Kopf gehen. So daß er halt wieder Letzter ist.
Auch diesem Tag, den Sybille Hein uns erzählt, ist es nicht anders.
Die Brüder sind weg und Willibald entdeckt nur einen kleinen Zettel.
“Liebe Trantüte,
retten kurz Prinzessin Fritza, sind zum Mittagessen zurück!
D.D.B.”
Eine Prinzessin retten, findet er nicht schlecht und häuft sich verträumt zehn Löffel Zucke in seine Tasse. Plötzlich wird ihm ganz heiß im Kopf, er stürzt aus dem Haus und will auch ….. Aber kurz darauf fällt ihm ein, daß er ja sein Käsebrötchen noch nicht aufgegessen hat und mit leerem Magen …. und wollte er nicht noch einen Kuchen backen, ein Lied einstudieren?
So wird aus dem hektischen Aufbruch wieder nichts und er kommt viel zu spät (naja, auf dem Weg zur Prinzessin gibt es auch soooo viel zu Entdecken) beim Drachen an. Seine Brüder liegen zerschmettert, gewalkt und geschleudert auf dem Boden und der grüne Drache bewacht immer noch die Höhle, in der die Prinzessin gefangen ist.
Wie Willibald nun doch die Prinzessin befreien kann, das müssen Sie schon selbst lesen.
Eines kann ich Ihnen verraten: Fritza und Willibald verlieben sich in einander. Aber nicht sofort. Es war keine Liebe auf den ersten Blick. So ganz langsam, auf dem Weg zurück zum Schloß fing das an. Dort kamen sie viel zu spät an, weil sie gemeinsam ein bisschen gebummelt haben.

Leseprobe

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