Jan Birck: “Zarah und Zottel”

Jan Birck:Zarah und Zottel
Ein Pony auf vier Pfoten
Sauerländer Verlag € 9,99
ab 6 Jahren

Zarah ist wütend und traurig und allein. Mama und sie sind umgezogen, in eine neue Wohnung, in einem neuen Viertel. Mama hat keine Zeit für sie, sie hämmert, putzt und bohrt Löcher in die Wände. Wenn sie das nicht tut, muss sie am Tag schlafen, weil sie oft in der Nacht als Notärztin Dienst hat. Da passt dann die Nachbarin Frau Heuschkel auf sie auf, die aber dann so laut schnarcht, dass Zara nicht schlafen kann.
Sarah geht raus auf den Hof, wo schon einige Kinder sind und stellt sich ganz mutig: “Hallo, ich heiße Zarah und bin neu hier” vor, bekommt aber prompt die Antwort von Hubert: “Geh wieder dahin, wo Du hergekommen bist.”
Tja, das macht wenig Mut und Zarah tritt den Rückzug an, nimmt ihre Indianerbücher zur Hand und weiss nun wiees ihr besser gehen würde: Ein Pferd muss her! Mama ist über diese Lösung wenig begeistert. So zieht Zarah alleine los, landet in einem Laden für Alles und der nette Herr hat tatsächlich ein Pony für Zarah, das er ihr zum Ausprobieren mitgibt. Sarah steigt begeistert auf, das Pony wedelt mit dem Schwanz und hebt das Bein zum Pinkeln. Stolz stellt sie ihr Pony den Kindern im Hof vor, aber alle lachen sie aus, weil das Pony Hundefüße hat……
Zarah aber ist glücklich mit ihrem Pony, Mama etwas irritiert und das Blatt im Hof wendet sich, nachdem Hubert von seinem Skateboard stürzt, heulend und schreiend im Hof liegt, denn Mama ist ja Notärztin!

Eine erfrischende, zauberhafte Geschichte, von kindlichen Sehnsüchten nach Freundschaft und Geborgenheit, mit Illustrationen, die vor Witz nur so sprühen und auch den Großen riesig Spaß beim Anschauen bereiten.
Perfekt zum Vorlesen und auch zum ersten Selberlesen.

Susanne Straßer: “So müde und hellwach”

Susanne Straßer:So müde und hellwach
Hammer Verlag € 14,00
Pappbilderbuch an 2 Jahren

Oh, wer kennst das nicht. Eigentlich sollten die kleinen Lieben schon lange schlafen. Sie sind müde und quengelig, aber ins Bett? Nie! Ihnen fällt immer noch etwas ganz Wichtiges ein.
Hier schlafen die Tiere schon. Alle in einem großen Bett. Eng aneinandergekuschelt liegen sie da. Nicht alle. Denn der Seebär hat die Augen weit aufgerissen. Er muß noch mal aufs Klo. Na klar. Also raus. “Pitsch, patsch. Pitsch, patsch. Tür auf- Tür zu.
Auf dem nächsten Bild schaut das Krokodil ganz verängstigt, weil ihm eingefallen ist, daß es noch Zähneputzen muß. “Schluurf, schluurf, schluurf. Tür auf – Tür zu.” Wenn wir genauer hinschauen, erkennen wir einen verschmitzten Blick im Gesicht, in den Augen des Krokodils. Irgendwie scheint das Zähneputzen nur ein Vorwand zu sein.
Nach und nach verlassen alle das Bett. Ganz zum Schluß geht auch noch der verpennte Igel und trippelt … Ja wohin eigentlich? Na klar! Ins Bett des Kindes, denn sie wollen alle noch einen Gutenacht-Kuß. Danach sind die Tiere plötzlich sooo müde, daß sie dort auf dem, jetzt hellwachen, Kind eingeschlafen sind.
Wie es dann weitergeht, wie das Kind die Tiere wieder loswird und warum plötzlich sein Schlafhase nicht mehr unter dem Kopfkissen ist, müssen Sie schon selber schauen.
Ein Pappbilderbuch für putzmuntere Kinder. Und eines sei schon mal vorneweggestellt. Mit einmal Vorlesen kommen mit diesem bunten Buch nicht durch.
Viel Vergnügen. Gäääähn.

Petrasch: “Sophie im Narrenreich”

Verena Petrasch:Sophie im Narrenreich
Beltz und Gelberg Verlag € 17.95
Ab 11 Jahren

In der Nacht auf ihren 12. Geburtstag macht Sophie eine unglaubliche Entdeckung: In ihrem Kleiderschrank sitzt Theobald, ein Gedankennarr, der eigens aus dem Narrenreich gekommen ist, um Sophies Gedanken wie kostbare Schätze zu sammeln. In seiner Heimat gibt es unzählige Arten von Narren: Generationsnarren sorgen dafür, dass die Weisheit eines Menschen am Ende seines Lebens nicht einfach verloren geht, sondern an einen anderen Menschen weitergegeben wird. Und wer schon einmal an einem schönen Sonnentag unter einem Baum im Gras saß und mit einem Mal von einem tiefen, stillen Glücksgefühl durchströmt wurde, hat die Macht eines Luftnarren gespürt, der über ihm im Baum gesessen und ihm das Glück wie einen warmen Lufthauch ins Gesicht gepustet hat.
Gedankennarren wie Theobald sind in der Lage, Menschen fantastische Gedanken einzupflanzen, die dann wie Samenkörner aufgehen und zu Ideen und Plänen heranwachsen. Doch fantastische Gedanken sind selten geworden in einer Zeit, in der immer weniger Menschen Fantasie haben. Und damit bringen sie die ganze Welt in Gefahr: Denn ohne sich dessen bewußt zu sein, unterstützen die Menschen so den Schwarznarren Kieron, der der Welt ihren Zauber und alle Freude nehmen will.

Emilia, 11 Jahre, meint dazu :

Dieses Buch ist sehr toll, es verbirgt nicht nur Spannung, sondern auch ein großartiges Abenteuer von der 12 jährigen Sophie, die in die Narrenwelt gelangt, die von dem bösen Narrenkönig eingenommen wird.
Sehr toll !!!!

Also, ab ins Reich der Narren und viel Spass dabei!

Hier geht es zur Leseprobe.

Katja Maren Thiel: “Gartenprojekte für Kinder”

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Katja Maren Thiel:Gartenprojekte für Kinder
Kosmos Verlag € 14,99

Ob Sommer oder Winter, Sauwetter oder Sonnenschein – dieses Buch macht den Garten das ganze Jahr über zum spannenden Abenteuerspielplatz. 45 Ideen zum Forschen und Entdecken, Tiere schützen, Bauen und Basteln sowie für neue Spiele und Spielgeräte sorgen für viel Abwechslung im Alltag und an den Wochenenden. Von einfach bis etwas schwieriger: mit den detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen können Kinder und Eltern alle 45 Projekte gemeinsam spielerisch leicht umsetzen.
Und das fängt mit Aussäen und Insekten unter der Lupe an und geht weiter mit Blätter den jeweiligen Bäumen zuzuordnen. Wie mache ich ne Sonnenuhr und wie ein Lagerfeuer?
Dann wird es verzwickter mit einer Gemüseschnecke, ein kleines Beet im Kasten, und ein Hochhaus für Erdbeeren. Natürlich brauchen Tiere auch ihren Unterschlupf und so erfahren wir, wie wir einfache Nistkästen und Insektenhotels basteln können.
Aber was wäre ein Garten ohne Beeren und die Marmelade, die man daraus kochen kann? Ringelblumencreme? Na klar, geht ganz einfach. Genauso wie Farben gewinnen aus Blüten. Und wenn es dann richtig warm wird, müssen natürlich auch Feste gefeiert werden und Spiele organisiert.
Wer immer noch nicht genug hat, oder wenn der Papa sich so richtig ins Zeug legen will, kann er sich die Seiten mit “Spielgeräte selber machen” anschauen und noch schauen, wie ein Klangarten ensteht, ein Stuhl, ein Baumhaus.
Genug? Ich denke ja.

Giancarlo Macrì & Carolina Zanotti: “Punkte”

Giancarlo Macrì & Carolina Zanotti:Punkte
Übersetzt von Salah Naoura
Gabriel Verlag € 14,99
Bilderbuch ab 6 Jahren

Hallo, ich bin ein Punkt!
Ich bin nicht allein, ich habe Freunde.
Nicht allen Punkten geht es so gut wie uns.
Ob wir das ändern können?

Ein großformatiges Bilderbuch nur mit Punkten? Der Umschlag ist weiß mit wahnsinnig vielen schwarzen und weißen Punkten. “Kunterbunt” gemischt. Es flimmert etwas vor den Augen und auf der Rückseite schreibt Norbert Lammert, daß dieses Buch jungen Lesern hilft, sich der schwer zu erklärenden Problematik von Flucht und Vertreibung und Ankommen und Ablehnung zu nähern. Lammert ist u.a. Schirmherr der UNO-Flüchtlingshilfe.
Das Buch beginnt mit einem schwarzen Punkt unten rechts.
“Hallo, ich bin ein Punkt”
Aber der Punkt ist nicht alleine, er hat viele Freunde. Das stimmt. Bald füllt sich die rechte Seite mit schwarzen Punkten. Diese bilden dann auch eine Hochhauslandschaft. “Unser Leben ist schön: Wir haben Häuser, wir haben Spaß (hier sehen wir ein Riesenrad aus Punkten) und was zu essen” (ein belegtes Brötchen).
Dann meldet sich plötzlich ein weiterer Punkt. Ein weißer. Der ist allerdings ganz links oben auf der linken Seite, die bis jetzt nur leer war. Auch dieser Punkt ist nicht alleine, sondern hat auch viele Freunde. Allerdings ist es bei den weißen Punkten auf der linken Seite nicht so schön und angenehm, wie bei den schwarzen auf der rechten Seite und sie stellen die Frage:Dürfen wir auf eure Seite?.
Nun folgt sehr einfach und anschaulich, wie erst wenige, dann immer mehr weiße Punkte nach rechts wandern, wie sich die schwarzen dann doch etwas fürchten, wie sie Angst bekommen, wie sie sagen “Es reicht! Stopp!“.
Ganz einfach und anschaulich zeigen uns die die beiden Bilderbuchmacher das, was wir täglich in der Zeitung zu lesen bekommen, was wir hautnah erleben. Daß es eine sehr schöne Lösung zu sehen ist, mag für uns Erwachsene vielleicht etwas zu einfach sein. Aber: Vielleicht sollten wir wirklich so denken, fühlen und handeln. Und für die Kleinen ab 4 ist das doch wirklich passend.

Leseprobe

Andrew Rae, Catherine Ingram: “Wo ist Warhol?”

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Andrew Rae, Catherine Ingram:Wo ist Warhol?
Übersetzt von Sabine Schulz
Diaphanes Verlag € 16,95

Ja, was ist das denn? Macht der Diaphanes Verlag jetzt auch Kinderbücher? Oder ist das Wimmelbuch für Erwachsene. Genau das Format und Form- und Farbgebung wie “Wo ist Walter?”, heißt es hier “Wo ist Warhol”. Andrew Rae, der sich schon seit längerem mit Warhol beschäftigt, verführt uns alle mit diesem Such- und Findebuch. Genauso angelegt, wie die Walter-Bücher, befinden wir uns in verschiedenen Szenen. Am Meer mit Marcel Proust, oder in der Sixtinischen Kapelle. In Pompeji und am Bauhaus. Warhol und seine Freunde können wir auf diesen Bilder entdecken. Persönlichkeiten aus seinem Bekanntenkreis: Musiker, Maler, Sportler, Politiker verstecken sich in diesem Gewusele. Und wem das alles zu schwer ist, wer nicht weiß oder wissen kann, wer sich wo versteckt hält und was es mit ihr, oder ihm auf sich hat, der findet im Anhang eine komplette Liste (mit Abbildung) der Persönlichkeiten mit einer kurzen Biografie.

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Dies schreibt der Verlag:

STUDIO 54

Das New York der 1970er-Jahre war im Vergleich zu heute eine völlig andere Stadt. Vor dem Hintergrund hoher Kriminalität, politischer Unzufriedenheit und sozialer Ungleichheit schufen Steve Rubell [1] und Ian Schrager [2] in einem alten Fernsehstudio in Manhattan eine Insel des Hedonismus – das berühmt-berüchtigte Studio 54.

Andy Warhol ließ sich fast jede Nacht dort sehen. Zu seinem Kreis gehörten Elizabeth Taylor [3], Liza Minnelli [4], Elton John [5], Yves Saint Laurent [6] und Truman Capote [7]. Warhol umgab sich am liebsten mit blutjungen und wunderschönen Menschen, aber im Club boten sich ihm auch Geschäftschancen. Warhol war zum Porträtisten von Prominenten und Stars geworden, und das angesagte Studio 54 war der perfekte Ort, um an neue Aufträge zu kommen.

Für gewöhnlich hing die Elite vor dem DJ-Pult oder auf der Galerie herum. Diana Ross [8], Michael Jackson [9] und Grace Jones [10] schnappten sich immer wieder mal das Mikro. Truman Capote liebte es, den DJ zu spielen. Pop-Ikonen, Filmstars, Spitzensportler, ja eigentlich jeder, der irgendwie berühmt und auf New-York-Besuch war, tauchte früher oder später im Club auf. Trotzdem gab es für keinen Prominenten die Garantie, hereingelassen zu werden. Die Nachtclub-Legende Nile Rodgers (11) wurde abgewiesen, ging nach Hause und schrieb den Studio-54-Klassiker »Le Freak«.

Die Türpolitik im Studio 54 ließ sich nicht ergründen. Der Türsteher Marc Benecke [12] hatte die Anordnung, jede Nacht von neuem die perfekte Mischung zusammenzustellen. Man tat alles, um aufzufallen, und die Outfits wurden immer exzentrischer. Manchmal klappte es. Aber dann würzte Benecke das Publikum vielleicht lieber mit einer Prise irgendwelcher McDonalds-Angestellter, die eben von der Schicht kamen, oder mit ein paar braven Typen aus Harvard. Stundenlang standen die Leute Schlange hinter dem violetten Band und hätten alles darum gegeben, ins Studio 54 eingesogen und ins seligmachende Wummern der Disco-Beats und der zuckenden Techno-Lichter hineingeworfen zu werden. Die ganze Nacht über liefen Disco-Klassiker wie Anita Wards »Ring My Bell«.

Die Fashion-Ikone Diane von Fürstenberg [13] erinnert sich: »Ich aß mit meinen Kindern zu Abend, zog meine Cowboystiefel an und ging für ein paar Stunden rüber.« Und »Disco Sally« [14] erlebte eine völlige Verwandlung. Die clevere Anwältin war mit 77 Jahren Witwe geworden. Sie trauerte noch um ihren verstorbenen Mann, als sie das Studio 54 entdeckte. Im Nu wurde sie zum vollendeten »Club Kid«, mit enganliegenden Hosen, knöchelhohen Sneakers und einem unverwechselbaren Tanzstil.

Jede Nacht wurde eine andere Party gefeiert. War man einmal nicht da, wurde einem von Andy Warhol garantiert unter die Nase gerieben, dass man die BESTE aller Partys verpasst hatte. Oft gab es Themennächte. Filmpremieren fanden im Club statt, Promis ließen es dort krachen. Bei Bianca Jaggers [15] Party saß das Geburtstagskind auf einer wunderschönen weißen Stute. Steve Rubell schenkte Warhol einen Mülleimer voller Geld zum Geburtstag. Und Warhol sagte, es sei das schönste Geschenk, das er je bekommen habe.

Die letzte Party im Studio 54 war dagegen eine eher düstere Angelegenheit. Im Dezember 1979 wurden Rubell und Schrager wegen Steuerhinterziehung verhaftet; in den Wand- und Deckenverkleidungen des Clubs waren Geldverstecke gefunden worden. Bevor sie ihre dreizehnmonatige Gefängnisstrafe antraten, gaben sie eine Abschiedsparty. Und die Promis erwiesen ihnen die Ehre; Diana Ross brachte den Betreibern ein Ständchen, und Rubell spielte passenderweise den Song »My Way«.

 

Jörg Mühle: “Tupfst du noch die Tränen ab?

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Jörg Mühle:”Tupfst du noch die Tränen ab
Moritz Verlag € 8,95
Kleines Pappbilderbuch ab 2 Jahren

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Hei, der dritte Band von Hasenkind ist eingetroffen. Nach dem Schlafengehen, dem Haarewaschen ist Hasenkind jetzt hingefallen und hat sich dolle wehgetan. Aua! Die ersten Tränen fließen und vielleicht hilft ja dreimal pusten. Aber dann kommt sogar noch Blut! Ganz schlimm. Jetzt hilft nur noch ein Pflaster, das wir Hasenkind ganz fix auf den Arm kleben müssen. Zaubersprüche und Rücken streicheln helfen nicht sofort, aber es wird von Seite zu Seite besser, bis Hasenkind sich den Dreck abklopft und weiterflitzt.
Wie in den Vorgängerbücher werden wir aufgefordert aktiv mit Hasenkind etwas zu tun. Streicheln, rufen, klatschen, Sprüche sagen. Am meisten bin ich ja gespannt, wenn hier die Kinder sich kräftig schnäuzen sollen. Also gleich mal n Taschentuch bereithalten.
Jörg Mühle schafft es auch im dritten Aufguß uns mit diesem kleinen Trostbuch restlos zu begeistern und ein Exemplar ging schon ans Enkelkind nach Berlin.

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